Fördergelder / Finanzierung BHKW

DAS KRAFT-WÄRME-KOPPLUNGS-GESETZ (KWKG) 2016

Die 2012 in Kraft getretene Novellierung des KWKG hat das Ausbauziel des KWK-Anteils an der Stromerzeugung von gut 15% in 2011 auf 25% in 2020 gesetzlich festgeschrieben.

Höhe des Zuschlags für KWK-Strom aus neuen, modernisierten oder nachgerüsteten KWK-Anlagen
(1) Der Zuschlag für KWK-Strom, der in ein Netz der allgemeinen Versorgung eingespeist wird beträgt

  1. für den KWK-Leistungsanteil von bis zu 50 Kilowatt: 8 Cent je Kilowattstunde,
  2. für den KWK-Leistungsanteil von mehr als 50 Kilowatt und bis zu 100 Kilowatt: 6 Cent je Kilowattstunde,
  3. für den KWK-Leistungsanteil von mehr als 100 Kilowatt und bis zu 250 Kilowatt: 5 Cent je Kilowattstunde,
  4. für den KWK-Leistungsanteil von mehr als 250 Kilowatt und bis zu 2 Megawatt: 4,4 Cent je Kilowattstunde,
  5. für den KWK-Leistungsanteil von mehr als 2 Megawatt: 3,1 Cent je Kilowattstunde

(2) Der Zuschlag für KWK-Strom, der nicht in ein Netz der allgemeinen Versorgung eingespeist wird, beträgt

  1. für KWK-Anlagen nach § 6 Absatz 4 Nummer 1
    a) für den KWK-Leistungsanteil von bis zu 50 Kilowatt: 4 Cent je Kilowattstunde,
    b) für den KWK-Leistungsanteil von mehr als 50 Kilowatt und bis zu 100 Kilowatt: 3 Cent je Kilowattstunde,
  2. für KWK-Anlagen nach § 6 Absatz 4 Nummer 2
    a) für den KWK-Leistungsanteil von bis zu 50 Kilowatt: 4 Cent je Kilowattstunde,
    b) für den KWK-Leistungsanteil von mehr als 50 Kilowatt und bis zu 100 Kilowatt: 3 Cent je Kilowattstunde,
    c) für den KWK-Leistungsanteil von mehr als 250 Kilowatt und bis zu 2 Megawatt: 2 Cent je Kilowattstunde,
    d) für den KWK-Leistungsanteil von mehr als 250 Kilowatt und bis zu 2 Megawatt: 1,5 Cent je Kilowattstunde

Wichtig: Der Zuschlag ist gemäß KWK-G vom jeweiligen Verteilnetzbetreiber (VNB) auf Antrag an den BHKW-Betreiber zu zahlen. Dieser KWK Zuschlag wird gezahlt auf die eingespeiste oder direkt selbst verbrauchte Kilowattstunde Strom, also für Jede!

Voraussetzungen:

  • Anmeldung bei der „Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle“. Die Zulassung des Herstellers bei der BAFA als hocheffiziente Anlage.
  • Für jede eingespeiste Kilowattstunde Strom wird gemäß dem aktuellen Durchschnittspreis für Basislaststrom an der Leipziger Strombörse eine weitere Vergütung gezahlt. Zurzeit ca. 3,15 Cent /kWh. Der Preis richtet sich immer nach dem letzten Quartal.
  • Mit dem Energieversorger kann auch ein eigener Preis ausgehandelt werden.

Impulsprogramm (Richtlinien zur Förderung von KWK-Anlagen bis 20 kWel)

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert die Anschaffung eines BHKW’ bis 20 Kilowatt elektrisch zusammen mit einem ausreichend großen Wärmespeicher mit einer Prämie von bis zu 3.325,– €.

KfW-Programm zur Förderung der Energiewende

Unter dem Motto „Energiewende. Wir fördern das.“ vergibt die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zinsgünstige Darlehen für die Anschaffung eines BHKW.

BHKW – Förderung in einzelnen Bundesländern 

Auch in den Bundesländern können BHKW’ bis 50 kW auf unterschiedliche Weise gefördert werden. Als Vorbild dient hier die Bundesregierung mit dem Ziel den Anteil des Stroms aus KWK Anlagen auf 25% zu erhöhen. In erster Linie werden kleine und mittlere Unternehmen gefördert.

Es sollte jedoch im Einzelfall immer aktuell geprüft werden ob die Fördertöpfe gefüllt und die Förderbedingungen erfüllt werden können.

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FINANZIERUNG DURCH KFW-DARLEHEN

Die KfW BHKW Förderung bietet umfangreiche Hilfen zur Finanzierung von Blockheizkraftwerken. Für den Erwerb eines BHKW’ besonders interessant sind die Programme:

  • Erneuerbare Energien, Premium (271)
    wenn große BHKW errichtet werden sollen.
  • Erneuerbare Energien, Standard (270)
    für BHKW Betreiber in Ein- und Mehrfamilienhäusern, kleinen und mittleren Unternehmen.
  • Energieeffizient sanieren (151)
    wenn das BHKW in Kombination mit anderen Sanierungsmaßnahmen errichtet wird.
  • Energieeffizient bauen (153)
    wenn das BHKW in einem energieeffizienten Haus installiert wird.
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STEUERN

Energiesteuer-Rückerstattung/EnergieStG)

Der BHKW-Betreiber erhält auf Antrag die Energiesteuer für den Blockheizkraftwerk Brennstoff zurück und zahlt keine Stromsteuer auf selbstgenutzten Strom. Das legen §3 EnergieStG und §9 StromStG fest. Dazu muss das BHKW einen Jahresnutzungsgrad von mindestens 70% haben.  Wenn ein BHKW Betreiber den Brennstoff für sein Blockheizkraftwerk kauft, bezahlt er automatisch die gesetzlich festgelegte Energiesteuer.

Die Energiesteuer beträgt z. B. 2013:

  • Leichtes Heizöl: 6,135 Cent/Liter
  • Erdgas und andere gasförmige Kohlenwasserstoffe: 0,55 Cent/kWh
  • Flüssiggas: 6,06 Cent/kg

Damit die BHKW-Energiesteuer zurückerstattet wird, muss vom Betreiber beim zuständigen Hauptzollamt ein entsprechender Antrag gestellt werden. Der Antrag muss im Folgejahr beim Hauptzollamt eingegangen sein. Kurze Abrechnungszeiträume, z. B. monatlich können beantragt werden.

Energiesteuer ermitteln

Die Energiesteuer ist, anders als die Stromsteuer, normalerweise nicht auf der Rechnung des BHKW Brennstofflieferanten ausgewiesen. Um die BHKW Energiesteuer zu berechnen, verlangt das Hauptzollamt einen Nachweis über Brennstoffart und –menge und über den Jahres- bzw. Monatsnutzungsgrad. Manchmal verlangt das Hauptzollamt dafür den Einbau von Brennstoffmengenzählern wie Gaszähler und Wärmemengenzählern.

Für rein wärmegeführte, kleine BHKW gibt es ein vereinfachtes Verfahren. Hier wird die BHKW Energiesteuer aus den technischen Daten der Anlage, der Stromproduktion und/oder den Benutzungsstunden des BHKW berechnet.

Stromsteuer nach §9 StromStG

Die Stromsteuer gehört zu den Verbrauchssteuern und ist im StromStG festgelegt. Die gezahlte Stromsteuer ist auf der Stromrechnung ausgewiesen, sie beträgt 2,05 Cent/kWh.

Von der Stromsteuer befreit sind Betreiber von BHKW mit einer elektrischen Leistung von bis zu 2 MW. Es wird nur der Strom berücksichtigt, der selbst verbraucht wird. Diese Regelung für die BHKW Stromsteuer bezieht auch Strom ein, der von Dritten innerhalb des Objekts genutzt wird. Ein Beispiel dafür ist BHKW Contracting, beim dem auch der Endverbraucher von der BHKW Stromsteuer befreit ist.

Die Rückerstattung der BHKW-Energiesteuer und der BHKW-Stromsteuer sind in die Berechnung der Wirtschaftlichkeit eines BHKW zu berücksichtigen.